Ein kleiner Einblick ins Instagram botting

Ich habe mich vor 2-3 Monaten einmal gefragt, wie schwer es denn wohl ist, einen Instagram-Bot zu schreiben. – Einen Account, der ständig einfach nur Content aus irgendwelchen Quellen bezieht und postet und dann auch ggf. noch Kommentare verfasst und Bilder anderer Leute liked.

Und es war dann doch irgendwie einfacher als gedacht. Wie schon einmal beschrieben, bietet auch Instagram eine API für Programmierer an – jedoch aus gutem Grund nur für Unternehmen. – Damit eben nicht so Leute wie ich einfach einen Bot schreiben können und damit künstlich Likes und Follower generieren können.

Das hält aber nicht die Gemeinschaft der Programmierer davon ab, die Instagram Website zu reverse-engenieeren und dann selbst eine API zu schreiben die die gleichen oder zumindest fast die gleichen Funktionen bereitstellt wie die offizielle API.

Das kommt jedoch auch mit Einschränkungen: Man muss zum Beispiel das Passwort auch immer in der Anwendung aktualisieren, wenn man es mal ändern muss – und das muss man oft, wenn man sich so blöd anstellt wie ich…

Jetzt aber zum eigentlichen Knackpunkt der Geschichte: Ich habe mich also hingesetzt und ein bisschen recherchiert. – Ich habe mir einen separaten Instagram Account erstellt und den eigerichtet mit Bio, Profilbild und dem ganzen Rest (Falls sich jemand dieses “Experiment” anschauen will, dann folge dem Link).

Daraufhin kam erst der schwere Teil: Das Programmieren. Ich habe mir die API von mgp25 ausgesucht und erstmal angefangen php zu lernen, weil ich davor noch nie wirklich ernsthaft mit der Sprache zu tun gehabt hatte.

Ein bisschen Informatik, Krieg mit meinem Linux vServer, Krieg mit php, Ausfällen durch Deinstallation, einiges Copy-Pasting und ganz viel Frustration später lief der Bot dann.
Alle 10-20min lädt er sich ein anderes Bild von irgendwo aus Reddit herunter, erstellt einen Kommentar mithilfe der Tagging-API von Immaga und postet dann das Bild, mitsamt Beschreibung und Kommentar, vollgepackt mit hashtags.

Und das macht er nun seit zwei Monaten.

Kurz darauf habe ich noch eine andere API gefunden, die den Teil des Likens, Kommentierens und Folgens übernimmt.

Aber aufgepasst, das erkennt Instagram ganz gut und blockiert dann teile der Funktionalität – sichtbar und unsichtbar. Nach einer aufgeforderten Passwortänderung ist aber wieder alles beim Alten. Meine Follower sind trotzdem gestiegen und inzwischen bin ich bei fast 300 angekommen – innerhalb von 2,5Monaten…

Fazit:

Wenn man will, kann man locker und einfach einen Instagram-Bot schreiben, oder eher einsetzen – so wirklich schwer ist das nicht, man muss es nur wollen. Hätte ich mehr Zeit in das Projekt investiert würde der Bot sogar bestimmt noch einiges besser funktionieren, ich hatte aber keine Lust dazu – Ich bin inzwischen einfach nur noch erschrocken, wie einfach das alles möglich ist und wie viele Bots sich auf dieser Platform rumtreiben…

Ein paar Merkmale von Bots sind zum Beispiel:

  • Deutlich weniger Follower als Leuten, den der Account folgt
  • unglaublich wenig engagement auf den Posts (wenige bis garkeine Kommentare, nur sehr wenige Likes bei eigentlich vielen Posts)
  • Und natürlich eine unmenschliche Menge an Content, die gepostet wird

Lukas Schulz

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